Mittwoch, den 04. August 2010 um 08:35 Uhr

Die großen Drei der Beat generation: Ginsberg, Burroughs, Kerouac

Written by  Juliane
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Den Todestag von William Seward Burroughs zum Anlass nehmend, widmen wir uns heute den Klassikern der Beat Generation. Diese literarische Richtung entstand in Amerika in den 50ern. Die bekanntesten Vertreter, die sogenannten Beatniks, sind Allen Ginsberg, Jack Kerouac und eben William S. Burroughs.

Zutreffende Adjektive sind kreativ, spontan, chaotisch und unkonventionell. Die Beat Generation gilt als die erste moderne Subkultur der Literatur, wodurch sie noch einen lang anhaltenden Einfluss auf die kulturelle Entwicklung der nächsten Jahre hatte. Maßgeblich geprägt wurde die Hippie-Generation, mit ihren alternativen und gesellschaftskritischen Lebensvorstellungen, die unter anderem anhand von „On the road“ ihre Ideologien entwickeln konnten. Wir stellen Ihnen hier die drei wichtigsten Erzeugnisse der Beat Generation vor.

Jack Kerouac „On the road“

Der Kerouac Roman trägt starke autobiographische Züge, die er jedoch aufgrund seines Todes 1969 nicht mehr namentlich belegen konnte. Der Erzähler des Romans „On the road“ ein Schriftsteller namens Sal Paradise, der gerade an seinem Roman arbeitet, lernt Dean Moriarty kennen, der einen Großteil seines Lebens in stattlichen Besserungsanstalten verbracht hat. Beide lernen gewissermaßen von einander, der lethargische Sal wird in einen ekstatischen Strudel gerissen, während Dean das Schriftsteller-Handwerk erlernen möchte. Zusammen geht es durch Amerika und Mexiko.

Dreh- und Angelpunkt sind hierbei Sex, Drugs und Jazz (Bebop). Man sollte natürlich nicht darauf spekulieren, dass die beiden jungen Männer hierbei die öffentlichen Verkehrsmittel benutzen beziehungsweise ihr eigenes Fahrzeug. Sie trampen, schmuggeln sich unter und klauen im Notfall ein Auto. Was Sal und Dean auf ihren (!) Reisen noch erleben, muss der geneigte Leser natürlich selber in Erfahrung bringen. Kerouacs' „On the road“ ist vielmehr als ein Roman der 50er Jahre, er ist Zeugnis und Spiegel der Zeit, er war Leitbild für eine ganze Generation und Vorbild für einen der größten Kultfilme des 20. Jahrhunderts: „Easy Rider“.

William S. Burroughs „Naked Lunch“

In neuerer Zeit haben es skandalumwitterte Werke und ihre Autoren leichter erfolgreich zu sein. Doch war das in den prüden 50er und 60er Jahren in den USA noch nicht der Fall, obwohl auch der Autor und die Entstehung von „Naked Lunch“ genügend Stoff boten. Kurz nach seinem Erscheinen 1959 wurde der Roman beschlagnahmt; 1965 war er sogar kurzzeitig verboten. Stoff hatte wohl auch Burroughs in dieser Zeit zu genüge, er selbst gab an, unter starkem Drogenrausch gestanden zu haben, als er am Roman arbeitete und auch in „Naked Lunch“ sind Drogen das einzige, was sich konsequent durch den Roman zieht. Der Film „Naked Lunch - Nackter Rausch“ von David Cronenberg stellt die Entstehung des Romans dar.

Erzähler im Roman ist William Lee, der Fragmente aus seinem Leben zum Besten gibt, wobei Chronologie keine Rolle spielt und auch keine Grenze zwischen Realität und vom Wahnsinn bestimmte Fiktionalität gezogen wird. Das Leben Lees ist geprägt von Sex und Drogen, zumindest durch letzteres lässt sich die Verwirrung und die Orientierungslosigkeit erklären. Burroughs „Naked Lunch“ ist eine 180 Grad Darstellung der in den USA herrschenden Werte und Normen in den 50ern. Obszön, ekelhaft, abstoßend, unmoralisch ist das Geschilderte, wenig hilfreich ist dabei Burroughs Stil, bei dem er Fragmente willkürlich aneinanderreiht. In vielerlei Hinsicht ein wirklich schwerer Stoff, aber ein grandioser Klassiker.

Allen Ginsbergs „Howl“

Mit „Howl“ steuerte Ginsberg ein Gedicht zu den Klassikern der Beat Generation bei. Wie „Naked Lunch“ empfand es die Allgemeinheit als zu obszön, sodass ihm ebenfalls ein Verbot zu Teil wurde. Der sich daran anschließende Kampf um die künstlerische Freiheit und das Gerichtsverfahren, verhalfen Ginsberg und seinem Gedicht „Howl“ zu Berühmtheit. Wie kein anderes Gedicht dieser Zeit fängt Howl die Stimmung der Subkultur auf und bringt sie in einer derart drastischen, offen und ehrlichen, nichts verbergenden Sprache zum Ausdruck. Die Parameter der beiden Romane kommen hier zusammen: Drogen, Rausch, Sex, Jazz und Wahnsinn. Zudem ist es gespickt von Anspielungen, die man erst bei mehrmaligem Lesen und genauerer Beschäftigung mit Werk und Künstler entdeckt. Gewissermaßen ein echtes Überraschungsei.

Hier liest Ginsberg den ersten Teil von Howl:

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Last modified on Mittwoch, den 17. November 2010 um 09:52 Uhr

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