Dienstag, den 27. Juli 2010 um 14:59 Uhr

Klassiker und Neuentdeckungen bei Kinderbüchern

Written by  Juliane
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Die Sommerferien gehen nun in den ersten Bundesländern ihrem Ende entgegen und somit wird es für die schulpflichtigen Kinder wieder Zeit die Schulbank zu drücken beziehungsweise das erste Mal auf ihr Platz zu nehmen. Natürlich wird vor allem im Deutschunterricht je nach Klassenstufen viel Lektüre von den Schülern erwartet, dennoch sollten Kinder auch in ihrer Freizeit Bücher lesen.

 

 

Der Grundstein für die Lust am Lesen sollte von Eltern bereits früh durch regelmäßiges Vorlesen gelegt und dann mit gemeinsamen Lesen fortgeführt werden. Lesen dient ja nicht nur der Beschäftigung der Kinder, sondern fordert und fördert die Konzentrationsfähigkeit sowie die Gedächtnisleistung. Erst in der Schulzeit mit dem Lesen zu beginnen, ist deutlich zu spät.

Unter die Kategorie Babyspielzeug fallen auch die so genannten Tast- und Fühl-Bücher, die im besonderen Maße für Kleinkinder geeignet sind. Denn diese sensibilisiert im verstärkten Maße ihre Wahrnehmung und lässt sie noch mehr mit ihrer Umgebung  interagieren. Diese sind neben Bildern, Applikationen auch mit Texten bestückt, die in der Regel in gereimter Form sind. So sind sie noch eingänglicher für die zarten Kinderohren. Besonders liebevoll gestaltet sind die Fühlbücher von Sabine Cuno. Das Repertoire erstreckt sich von „Alle meine Fahrzeuge“ über Mein Bauernhof“ bis hin zu „Viele, viele Farben“. Hier ist für jeden Geschmack und jedes Kind etwas dabei.

Ein Klassiker der Kinder- und Jugendbuchliteratur sind und bleiben Märchen, die nicht nur der Unterhaltung, sondern auch der Erziehung dienen. Fast alle Märchen, seien es die klassischen Volksmärchen gesammelt von den Gebrüdern Grimm oder die Anderschen Kunstmärchen, unterteilen kategorisch in Gut und Böse und spiegeln somit die Welt nicht in ihrer Komplexität wider. Aber dennoch sollten Märchen nicht aus dem Bücherschrank und der Lebenswelt von Kindern verbannt werden, schließlich stehen Märchen auch für das zauberhafte Denken, das jedem Kind innewohnt. Ab einem gewissen Alter kann das typische Märchenrepertoire von Märchenparodien wie „Ensel und Krete“ von Walter Moers oder „Der Hüter des Misthaufens“ von Peter Rühmkorf ergänzt werden.

Der Tod ist Teil des Lebens und kann auch schon sehr früh zur Realität von Kindern gehören. Daher gibt es eine Vielzahl an Kinderbüchern, die sich diesem schweren Thema annehmen, um Kinder sanft an den Tod heranzuführen. Den Tod als Teil des Lebens wahrzunehmen und akzeptieren, fällt entwicklungsbedingt jüngeren immer schwerer. Einer der Klassiker ist „Servus Opa, sagte ich leise“ von Elfie Donnelly. Die Schwedin Pernilla Stalfelt nimmt sich dem Thema eigenwilliger, aber durchaus souverän an. „Und was kommt dann? Das Kinderbuch vom Tod“ ist ein munteres, unsentimales Sachbuch über den Tod, das kindgerecht und kindernah den Tod erklärt.

Niemand lässt sich gerne in Schubladen stecken und doch geschieht es tagein und tagaus. Dies ist aber in der Regel nicht mit derartigen Konsequenzen behaftet wie in dem Roman „Linus in der Stufenwelt“ von Anne-Loure Bondoux. In der Stufenwelt werden die Kinder ab 14 Jahren vom großem Berechner getestet und dann einer der vier bestehenden Sphären zugeordnet. Linus in der Stufenwelt erinnert stark an den furiosen Zukunftsroman 1984 von Orwell, denn beide Romane thematisieren das Leben in einer überwachten Welt, die in Kasten beziehungsweise Sphären unterteilt ist. Wie schon angedeutet, ist dies gar nicht so utopisch, wie man glaubt. Chancen und Gleichheiten sind in einer Gesellschaft, in der es hauptsächlich um die gesellschaftliche oder wirtschaftliche Stellung und/oder den Bildungsstand geht nicht vorhanden. Anhand dieses Buches können Kinder schon früh über dieses System nachdenken und Stellung beziehen.

Last modified on Mittwoch, den 17. November 2010 um 09:52 Uhr

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