Dienstag, den 22. Februar 2011 um 08:01 Uhr

David Sedaris verlässt seinen üblichen Kurzgeschichtenweg: Das Leben ist kein Streichelzoo

Written by  Björn
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Damit man auch gleich weiß, worum es sich handelt, hängt der Autor noch einen kleinen Hinweis hinter den Titel. „Das Leben ist kein Streichelzoo: Fiese Fabeln“ nennt sich sein neuestes Werk und dürfte wieder interessant zu lesen sein.

 

 

Denn wer angesichts des wiederkehrenden Winters nicht lachen kann, dieses aber wieder möchte, der muss nur kurz außer Haus in die Buchhandlung, um sich dieses Werk zu holen. Oder wahlweise auch online bestellen. Denn hier vereinigen sich Niedlichkeit und grausame Wahrheit. Klar sind Katze, Eich- oder Streifenhörnchen nicht unbedingt die ultimativen Fabeltiere, aber genau das macht es etwas niedlicher. Das Grausame dabei? Sedaris trifft wie in einer „echten“ Fabel am Schluss immer den Nagel auf den Kopf und auch eine typische Lebensweisheit beziehungsweise eine Moral…

 

Dabei zielen die Tiere in den 16 kurzen Fabeln sehr genau, um weder kleine noch große Fettnäpfchen auszulassen, die allerdings auch prädestiniert für Menschen sind. Die Tiere besitzen ganz normale Eigenschaften, über die wir Menschen auch verfügen. Hat die Pavianin doch eine Katze zum Kunden, die kurz davor geheiratet hat. Schon poltert die Pavianin los und echauffiert sich über die Hochzeit von Freunden. Und alles, was sie an dieser zu bemängeln hat, ist bei der Katze auch so vorkommen, nur das diese es so schön fand. Schlägt man nun eine andere Fabel auf, kann man sich durchlesen, wie eine Ratte in einem Versuchslabor sich anhören muss, dass eine weitere Ratte, die vor Kurzem erst neu dazugekommen ist, meint, körperliche Gesundheit habe doch lediglich mit der persönlichen Einstellung zu tun. Wenn diese positiv sei, wäre alles kein Problem. Und so setzt sich die Reihe von peinlichen Momenten weiter fort.

Die Transfermöglichkeiten der verschiedenen Verhalten auf die menschliche Welt ist offensichtlich und extrem leicht nachzuvollziehen. Aber genau das ist es, was der Autor David Sedaris erreichen wollte. Denn genau das ist es, was die kleinen Geschichten so witzig gestaltet. Dass man sich in der einen oder anderen kurzen Erzählung wieder finden könnte, dürfte bei vielen gewährleistet sein. Dabei gelingt es Sedaris dann doch, nicht ganz von seinem bekannten Weg der vorigen Bücher abzuweichen. Auch die Idee der Tiere ist recht gut gelungen, denn mit Menschen wäre der Humor wohl etwas zu schwarz geworden… Abgerundet wird das Ganze mit einigen Illustrationen von Ian Falconer. Es kann seit Montag im Handel erworben werden.

Last modified on Dienstag, den 22. Februar 2011 um 13:05 Uhr

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