Dienstag, den 07. September 2010 um 07:45 Uhr

„Mein Weg“: Tony Blair schreibt seine Memoiren

Written by  Juliane
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Bild: C. BertelsmannVom Spitzenpolitiker zum Buchautor, das ist in Großbritannien ein durchaus üblicher Werdegang. Nun hat sich auch Tony Blair, Premierminister von 1997 bis 2007, zu den Memoirenschreibern gesellt und seine politische Autobiografie „Mein Weg“ veröffentlicht. In Großbritannien ist das Buch bereits dabei ein Bestseller zu werden.

 


Mit Eiern, Schuhen und Plastikflaschen bewarfen Demonstranten Tony Blairs Wagen, als er vergangene Woche sein Buch offiziell vorstellte. Ihr Protest richtete sich gegen Blairs Rolle im Irakkrieg, in den er Großbritannien an der Seite der USA führte. Die Entscheidung für den Einmarsch verteidigt der Ex-Premier auch in seinen Memoiren, die im englischen Original „A Journey“ heißen.

Der Irakkrieg ist aber nur eines unter zahlreichen Themen, die der Autor in "Meine Reise" anspricht. Das 800 Seiten starke Werk geht nicht chronologisch vor, sondern gliedert sich nach Themen. Neben politischen Fragen wie dem Verhältnis zu seinem Schatzkanzler und späteren Nachfolger als Premierminister, Gordon Brown, widmet sich Blair auch privaten und zum Teil banalen bis peinlichen Anekdoten. Die Probleme einer jungen Familie, mit der offiziellen Wohnung in der Downing Street No. 10 zurechtzukommen oder der steigende Alkoholkonsum im Laufe seiner Amtszeit sind womöglich noch halbwegs interessant. Die Toilettengewohnheiten eines Politikers hingegen interessieren wohl wirklich nur noch die Boulevardzeitungen.

Aber auch für die muss so ein Buch interessant sein, will man es professionell vermarkten und zu einem Bestseller machen. Und danach sieht es in den ersten Verkaufstagen in Großbritannien bereits aus. Die Autobiografie "Meine Reise", die Blair angeblich, anders als in Politikerkreisen üblich, ohne Ghostwriter geschrieben hat, steht bei Amazon Großbritannien schon in den TopTen. Für alle deutschsprachigen Leser kommt in dieser Woche die Übersetzung aus dem C.Bertelsmann Verlag in den Buchhandel. Die vier Millionen Pfund Vorschuss, die der Ex-Premierminister vom Verlag für das Buch bekommen hat, spendete er übrigens an eine Organisation, die sich um britische Kriegsveteranen kümmert.

Last modified on Mittwoch, den 17. November 2010 um 09:53 Uhr

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